Lem, Die phantastischen Erzählungen.

Lem, Die phantastischen Erzählungen.

Lem, Die phantastischen Erzählungen.

Science Fiction , Erzählungen, Zukunft Lem, Stanislaw: Die phantastischen Erzählungen. Frankfurt am Main, Insel-Verlag, 1980. 21 cm. 477 S. Ill. fester Einband (Hardcover) sehr gut. keine

Buch ist gebraucht, KEIN MÄNGELEXEMPLAR!!!

Buch hat keine Flecken, keine Knicke, keine Risse, kein Staub, kein Schmutz, keine Wasserflecken, keine Eintragungen

Wenn wir etwas ganz besonders
bewundern, sagen wir, das ist ja phan-
tastisch! Man verachte nicht den alltäg-
lichen Sprachgebrauch! Was Stanislaw
Lem in seinen Geschichten treibt, ist
phantastisch. Phantasie ist im Spiel,
ein Übermaß an Phantasie. Mit dem
Einfallsreichtum mancher Geschichte
könnten andere Autoren ein ganzes Le-
benswerk bestreiten. So ist der Titel,
den wir dieser Sammlung gegeben ha-
ben, schillernd und auch doppelbödig.
Gesammelt wurden all die Geschichten,
und zwar quer durch sein Werk, in
denen seine überschäumende Phantasie
und erzählerische Kraft besonders farbig
und plastisch zutage tritt. Wir treffen auf
all die beliebten kauzigen, koboldarti-
gen Figuren wie Professor Tarantoga,
Ion Tichy, den Piloten Pirx, Trurl und
Klapaucius und viele andere mehr.

Bei allem, was oft über die phantasti-
sche Literatur gesagt wird, vergißt man
leicht. dasss sie in erster Linie und vor allem
unternhalten soll. Sie wendet sich nicht nur
an den Verstand, sondern auch an das
Gefühl. Ein Literaturwissenschaftler
&.sagte einmal, sie könne die geistigen
Ansprüche des Lesers erhöhen,
.aber auch ihn in seiner geistigen Armut
bestärken , wenn sie ihm Surrogate bie-
tet, Ihn in eine Sackgasse führt und damit
eine reaktionäre Rolle spielt. Das ist bei
Lem sicher nicht zu befürchten.

Siegfried Lenz schrieb 1974: »Doch bei
allem unverhofften Aufschluss, den Lem
über uns selbst und über die Zustände auf
der Erde gibt, eins braucht man bei die-
ser Lektüre nicht zu befürchten — dü–
stere Entlarvungsstimmung, feierliche
Gerichtsatmosphäre. Im Gegenteil, ich
wüßte auf Anhieb kein Buch zu nennen,
in dem so viel gebildeter Sarkasmus
versammelt ist, so viel zärtlicher Spott,
so viel Humor, Schabernack, Witz und
lichter Tiefsinn wie in den Sterntage-
büchern. Hier schießt die ehrwürdigste
Logik Kobolz, und die klassischen Ge-
setze der Physik führen einen Kopfstand
vor.

Die außergewöhnliche Intelligenz
des Autors dies Gefühl hat man mit-
unter zieht die Spiralnebel fort und
gibt den Blick frei aufein kosmisches Pan-
optikum, in dem wir uns selbst wieder-
erkennen.« Und diese Bemerkungen
zu den Sterntagebüchern lassen sich ohne
weiteres auch auf die anderen Werke
Lems ausdehnen. Um dem Leser das
Werk Stanislaw Lems auch sinnlich
greifbarer werden zu lassen, hat der Her-
ausgeber in einem Anhang Materialien
zum besseren Verständnis gesammelt.
So zum Beispiel werden die wichtigsten
Illustratoren Lems vorgestellt und ebenso
ein Überblick über die Umschläge seiner
ausländischen Ausgaben gegeben.

Lem selbst wird in einem Interview vor-
gestellt, Franz Rottensteiner schreibt zur
Rezeption Lems im Ausland, und eine
ausführliche Bibliographie weist auf
die Bücher hin, aus denen die Erzählun-
gen oder Stücke dieses Bandes herausge-
löst wurden.

Zur Zeit sind im deutschsprachigen
Raum von Stanislaw Lems Büchern ca.
1 000 000 Exemplare verkauft worden.
Da mag zutreffen, was er in seinem Arti-
kel »Erfolg« im April 1978 in der pol-
nischen Zeitschrift »Kultura« schrieb:
»Von alters her bildet die deutsche Spra-
che die Startplattform für Schriftsteller,
die Kandidaten für den Weltruhm
sind. Sie ist gewissermaßen die Quaran-
tänestation, in der ihre Qualitäten einer
Prüfung unterzogen werden. Die polni-
sche Sprache — ganz im Gegenteil
erleichtert den Start in die Welt nicht,
sondern erschwert ihn. Die deutsche ist ein
Trampolin, vor allem für den Slawen.«

Unser Preis: EUR 2,59